Lederhose Herren: das komplette Oktoberfest-Outfit vom Hemd bis zu den Haferlschuhen

Lederhose Herren: das komplette Oktoberfest-Outfit vom Hemd bis zu den Haferlschuhen

Ein gutes Oktoberfest-Outfit für Herren besteht aus fünf Teilen, und vier davon werden meistens falsch gekauft. Nicht weil sie teuer oder schwer zu finden ist, sondern weil die Reihenfolge stimmen muss: Die Lederhose entscheidet über alles andere, und wer sie zuletzt kauft, hat den Rest bereits an der falschen Farbe ausgerichtet.

Dieser Guide geht die Teile in der Reihenfolge durch, in der man sie kaufen sollte, und sagt bei jedem, worauf es ankommt und was man getrost weglässt.

Die Lederhose legt alles Weitere fest

Zuerst die Länge. Die kurze Lederhose endet über dem Knie und ist die Variante, die auf jeder Wiesn dominiert. Die Kniebundhose reicht bis unter das Knie und wird traditionell mit hohen Strümpfen getragen. Beides ist richtig, aber die kurze Form verzeiht mehr, weil sie keine perfekte Beinlänge erfordert.

Dann das Material, und hier liegt der eigentliche Unterschied. Wildleder ist weich und matt und wird mit jedem Tragen noch weicher. Die traditionelle Wildleder-Lederhose mit Hosenträgern ist die Ausführung, die nach mehreren Festen noch besser aussieht als am ersten Tag, weil Wildleder Gebrauchsspuren als Patina sammelt statt als Schaden.

Glattes Leder wirkt formeller und glänzt stärker. Die bayerische Lederhose in Braun ist die klassische Wahl, während die gleiche Hose in Schwarz die strengere ist. Braun ist die sicherere Farbe, weil sich Schuhe, Weste und Hut leichter darauf abstimmen lassen. Schwarz verlangt, dass der Rest ebenfalls dunkel bleibt, sonst zerfällt das Outfit in zwei Hälften.

Wer die Stickerei mag, ohne dass sie das ganze Bein einnimmt, liegt bei der Nubukleder-Lederhose mit dezenter Stickerei richtig. Nubuk ist angeschliffenes Glattleder und liegt in der Optik genau zwischen den beiden anderen.

Zu den Hosenträgern eine klare Aussage: Sie gehören dazu, und zwar nicht als Zierde. Eine Lederhose sitzt tiefer als eine normale Hose und hat keinen Gürtel, der sie hält. Der Steg vorne ist das Erkennungszeichen der bayerischen Form, und ohne Hosenträger fehlt der Hose die Aufhängung, für die sie geschnitten wurde.

Das Trachtenhemd: Karo oder einfarbig

Beim Trachtenhemd für Herren gibt es zwei Wege, und beide funktionieren, solange man sie nicht mischt.

Karo ist die lebendige Variante. Das karierte Trachtenhemd aus Baumwolle ist aus reiner Baumwolle genäht, schmal geschnitten und hat eine Brusttasche. Wichtig ist der Schnitt: Ein Trachtenhemd, das am Körper anliegt, sieht unter einer Weste sauber aus. Eines, das bauscht, wirft unter jeder Weste Falten an der Taille.

Drei Herren in Lederhosen mit Hosenträgern, zwei in karierten Trachtenhemden und einer in einem einfarbigen Hemd

Einfarbig ist die ruhigere und in Wahrheit die traditionellere Wahl. Das weiße Trachtenhemd aus Baumwolle ist der Klassiker und der sicherste Untergrund für eine gemusterte Weste. Wer es weniger streng mag, nimmt das graue Hemd mit Stehkragen aus Baumwolle und Leinen. Der Stehkragen ist das Detail, das ein Trachtenhemd sofort von einem gewöhnlichen Freizeithemd unterscheidet, und er kommt ohne Weste am besten zur Geltung.

Eine Größenregel, die viel Ärger spart: Trachtenhemden laufen in Kragenweiten, nicht in S bis XL. Wer seine Kragenweite nicht kennt, misst am besten an einem Hemd nach, das gut sitzt, und zwar am liegenden Kragen von Knopfloch bis Knopf.

Die Trachtenweste macht aus dem Kostüm ein Outfit

Das ist der Punkt, an dem sich ein Trachtenoutfit für Herren entscheidet. Lederhose und Hemd allein sehen aus wie ein halbf fertiges Kostüm. Die Weste schließt die Silhouette, weil sie die Hosenlinie oben aufgreift und den Oberkörper in Form bringt.

Die braune Trachtenweste ist aus Hirschledersamt gefertigt, hat zehn Knöpfe an der Front und einen tailliert geschnittenen Korpus. Zehn Knöpfe klingen nach Details, sind aber der Grund, warum die Front geschlossen wirkt statt gerafft.

Wer es leichter mag, nimmt die graue Trachtenweste aus Leder. Grau ist die Farbe, die sowohl zu brauner als auch zu schwarzer Lederhose passt, und damit die Antwort auf die Frage, wenn man beide Hosen besitzt. Die Weste in Burgund mit Stehkragen ist die Variante für alle, die im Festzelt nicht in der Menge verschwinden wollen, und sie funktioniert am besten über einem weißen Hemd.

Haferlschuhe und Trachtensocken

Zu einer Lederhose gehören Haferlschuhe. Das ist keine Stilfrage, sondern eine Proportionsfrage: Ein Sneaker unter einer kurzen Lederhose lässt das Bein abrupt enden, ein flacher Schnürschuh setzt es sauber fort.

Der Haferlschuh aus Wildleder in Braun greift die Schnürung im Oxford-Stil auf, ist flach gearbeitet und atmungsaktiv, was bei einem Festtag von acht Stunden mehr zählt als jedes Designargument. Die hellbraune Ausführung aus Wildleder ist die hellere Farbe und die bessere Wahl zu einer helleren Hose.

Und dann die kniehohen Trachtensocken mit Zopfmuster. Sie sind das Teil, das am häufigsten vergessen und am schnellsten bemerkt wird. Sie sind aus einem Baumwollmix gestrickt, haben einen elastischen Bund, der nicht rutscht, und sie machen aus nackten Waden unter einer kurzen Lederhose ein fertiges Bild. Zur Kniebundhose sind sie ohnehin Pflicht.

Der Trachtenhut, und wann man ihn weglässt

Ein Trachtenhut ist optional. Wenn er getragen wird, dann richtig: aus Filz, mit Krempe, in einer gedeckten Farbe. Der grüne Filz-Trachtenhut ist die traditionelle Form, der Hut mit Feder die auffälligere.

Die Regel dazu ist einfach: Der Hut ist das letzte Teil, das man hinzufügt, und das erste, das man streicht, wenn das Outfit ohnehin schon viel erzählt. Karierte Weste, gemustertes Hemd und Hut zusammen sind eine Stimme zu viel.

Vier Fehler, die man auf jeder Wiesn sieht

Die Lederhose zu weit kaufen. Leder dehnt sich. Eine Lederhose, die im Laden bequem sitzt, sitzt nach dem zweiten Tragen schlaff. Sie darf am Anfang eng sein.

Das Hemd in die Hose stecken. Ein Trachtenhemd wird über der Lederhose getragen, nicht darin. Der Bund der Lederhose ist breit und soll sichtbar bleiben.

Zu viele Muster gleichzeitig. Karo am Hemd, Stickerei an der Hose und Muster an der Weste ergeben zusammen kein Trachtenoutfit, sondern Unruhe. Ein gemustertes Teil pro Outfit reicht, der Rest bleibt ruhig.

Weiße Sportsocken. Nichts ruiniert eine gute Lederhose schneller. Wenn keine Trachtensocken da sind, ist die Kniebundhose die falsche Wahl und die kurze Hose mit dunklen Socken die Rettung.

Das Outfit in der richtigen Reihenfolge

Wer bei null anfängt, kauft in dieser Reihenfolge: Lederhose, Hemd, Schuhe, Weste, Socken, Hut. Die ersten drei Teile ergeben bereits ein vollständiges, richtiges Outfit. Die Weste hebt es um eine Stufe, die Socken machen es sauber, der Hut ist die Kür.

Alle Teile finden sich in den Hosen, Oberteilen, Schuhen und im Zubehör. Und ein letzter praktischer Hinweis: Das karierte Trachtenhemd und die Haferlschuhe funktionieren nach dem Fest weiter, zur Jeans und zur Chino. Die Lederhose nicht. Das ist bei der Frage, wie viel man in welchen Teil steckt, das nützlichste Argument.

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